Was bedeutet bei einer Bauleistungsversicherung ABN?

Die verschiedenen Bedingungswerke (Bauleistungsversicherung ABN und ABU) regeln die abgesicherten Leistungen einer solchen Absicherung. Konkret steht dabei die Abkürzung ABN, für die Allgemeinen Bedingungen für die Bauleistungsversicherung durch Auftraggeber. Wenn Sie auf der Suche nach einer passenden Bauleistungsversicherung sind, nutzen Sie doch unseren Preis- und Leistungsvergleich der Testsieger. Zur Eingabemaske des Online-Vergleichs kommen Sie, durch einen Klick auf den Button „Jetzt Bauleistungsversicherungen vergleichen“.

Dipl.-Vw. Lars Krüger

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Schutz für Bauherren und Bauunternehmer

Die Bauleistungsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen für Bauvorhaben. Sie schützt den Bauherrn und den Bauunternehmer vor den finanziellen Risiken aus unvorhersehbaren Schäden. Mögliche Schadensursachen, bei denen die Bauleistungsversicherung eintritt, sind unerwartete und jahreszeitunübliche Witterungseinflüsse, wie zum Beispiel Hagel oder Sturm, Hochwasser, Vandalismus, Diebstahl fest am Gebäude montierter Teile aber auch beispielsweise nachgewiesene Konstruktionsfehler.


Die möglichen Kosten aus solchen Schäden sind für beide Parteien, Bauherr und Bauunternehmer empfindlich hoch. Das schadensverursachende Ereignis ist hierbei entscheidend, ob der Bauunternehmer für seine bisherigen Leistungen vom Auftraggeber zu entlohnen ist, oder ob er auf eigene Kosten Ersatz leisten muss, bevor eine Entlohnung stattfindet. Diese Regelung macht den Abschluss einer Bauleistungsversicherung sinnvoll, beide Seiten sind finanziell abgesichert. Die Allgemeinen Bedingungen für Bauleistungsversicherungen regeln hierbei unter anderem, welche Schäden versichert sind und welche Risiken zusätzlich eingeschlossen werden können.

Zwei unterschiedliche Bedingungen zur Bauleistungsversicherung

Aufgrund der Vielschichtigkeit von Bauleistungen liegen der Bauleistungsversicherung zwei Bedingungswerke zugrunde. Man unterscheidet die Bedingungswerke zur Bauleistungsversicherung bei ABN und ABU, oder genauer:


  • Allgemeine Bedingungen für die Bauleistungsversicherung durch Auftraggeber (ABN)

  • Allgemeine Bedingungen für die Bauleistungsversicherung von Unternehmerleistungen (ABU)


Grundlage für diese beiden Werke bildet die Vorlage der Allgemeinen Versicherungsbedingungen zur Bauleistungsversicherung des GDV, also des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.


Die Allgemeinen Bedingungen für die Bauleistungsversicherung nach ABN werden angewendet, wenn ein Bauherr oder ein anderer Auftraggeber die Risiken beim Bau eines schlüsselfertigen Gebäudes einschließlich der Außenanlagen absichern möchte. Auch für Umbauten oder Sanierungen gilt dieses Bedingungswerk. Die Bedingungen regeln somit das Bauherrenrisiko und das Unternehmerrisiko gleichermaßen. Es ist sinnvoll, vor Abschluss mit dem Bauunternehmer zu klären, ob bereits eine Bauleistungsversicherung auch für das eigene Objekt besteht, sofern der Gegenstand der Bauleistungsversicherung nicht explizit im Bauvertrag geregelt ist. So kann eine Doppelversicherung vermieden werden.


Die Allgemeinen Bedingungen für die Bauleistungsversicherung nach ABU regeln die Versicherung von Bauleistungen inklusive Nebenleitungen für den Bauunternehmer und seine Subunternehmer. Dieses Bedingungswerk ist universeller einzustufen, als die Bedingungen nach ABN.

Beide Allgemeine Bedingungen zur Bauleistungsversicherung unterscheiden sich nur wenig

Die Bedingungswerke unterscheiden sich nur in wenigen Punkten. Identischen Inhalt haben sie bei den Regelungen über die Entschädigungen und den Ausschlüssen des Vertrages. Im Rahmen des Versicherungsgegenstandes – also, was versichert ist – sind die Unterschiede zu finden.


Während die Bauleistungsversicherung mit Bedingungen nach ABN vornehmlich den schlüsselfertigen Gebäuden – inklusive Umbau, Sanierung und Außenanlagen – dient und alle Bauleistungen versichert sind, also auch die Eigenleistungen des Bauherrn, sind Allgemeine Bedingungen der Bauleistungsversicherung bei Unternehmerleistungen (ABU) vornehmlich nicht nur auf die Verträge von Bauunternehmern ausgerichtet, sondern beziehen auch Verträge der Auftraggeber für den Hoch- und Tiefbau, zum Beispiel den Straßen- oder Kanalbau, mit ein.


Somit richten sich Allgemeine Bedingungen für Bauleistungsversicherungen nach ABN eher auf ein bestimmtes Objekt, während die Bedingungen nach ABU eher die Bauleistungen allgemein regeln.

Autor: Dipl.-Vw. Lars Krüger - Google+